Fragen und Antworten zur Vasektomie

Wissenswertes zur Sterilisation beim Mann

Häufige Fragen von Männern − kurz und knapp

1.Welche Beratungsmöglichkeiten haben interessierte Männer und Paare?

Die beste Beratung kann der urologische Facharzt selbst durchführen. Urologen mit dem Schwerpunkt Vasektomie bieten in diesem Rahmen ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch für interessierte Patienten an. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich im Internet auf seriösen Seiten Wissenswertes zur Vasektomie anzulesen. Wir empfehlen neben unserer Homepage auch das Informationsportal www.vasektomie.de. Diese Seiten dienen allerdings nur der ersten Übersicht und ersetzen kein Arztgespräch.

2.Muss ein Mann spezielle Voraussetzungen für die Vasektomie erfüllen?

Die wichtigste Voraussetzung neben der Volljährigkeit ist die Gewissheit, keine Kinder mehr zeugen zu wollen. Falls sich der Mann in einer festen Beziehung befindet, ist die ideale Voraussetzung, wenn beide Partner sich für die Vasektomie entscheiden. Einige Fachärzte raten von der Vasektomie ab, wenn der Mann jünger als dreißig Jahre ist.

3.Wie sicher ist die Sterilisation des Mannes als Empfängnisverhütung?

Die Sterilisation des Mannes ist, im Vergleich zu anderen Methoden, die sicherste Art und Weise zu verhüten. Es wird für sie ein Pearl-Index von 0,1 angegeben.

4.Welche Vorbereitungen müssen vor der Operation getroffen werden?

In der Regel muss sich der Patient nicht speziell vorbereiten. Hilfreich ist es aber, wenn er sich am Tag vor der Operation im Intimbereich enthaart. So hat der Arzt eine saubere Operationsfläche.

5.Müssen Schmerzen erwartet werden?

Je geübter der Urologe ist, desto routinierter sind die Handgriffe. Somit können Schmerzen während der Operation vermieden werden. Das Abheilen im Anschluss an die Operation kann leichte Schmerzen verursachen. Der Patient sollte die Hodenregion kühlen und sich nur schonend bewegen, sodass die Wundheilung möglichst schmerzfrei und zügig verläuft.

6.Wie steht es mit der Enthaltsamkeit direkt nach dem Eingriff?

Es ist ungefähr für eine Woche lang sinnvoll, sexuell inaktiv zu bleiben. Hierbei geht es schlicht darum, die Operationswunde zu schonen und den Heilungsprozess nicht hinauszuzögern. Eine nicht gut verheilte Wunde kann auch noch später für Probleme (z.B. Schmerzen) sorgen. Sobald die Wunde gut verheilt ist, kann der Patient körperliche Aktivitäten wie auch den Geschlechtsverkehr wieder aufnehmen.

7.Ändert sich das Lustempfinden nach der Vasektomie?

Nein. Zumindest wurde noch kein verringertes Lustempfinden beobachtet. Es kann unter Umständen aber der umgekehrte Fall eintreten. Einige Männer fühlen sich nach der Vasektomie beim Geschlechtsverkehr entspannter, da keine Gefahr einer Schwangerschaft mehr besteht. Hierdurch wird das Lustempfinden zuweilen sogar gesteigert.

8.Mit welchen Folgen ist nach der Vasektomie zu rechnen?

Körperliche Folgen hat der Patient in der Regel nicht zu erwarten. Da nun die Samenleiter durchtrennt sind, werden sich zukünftig keine Samenzellen mehr im Ejakulat befinden. Dies verringert die Menge der Samenflüssigkeit geringfügig. Der Unterschied zu vorher ist mit bloßem Auge allerdings nicht zu erfassen und die Menge bleibt gefühlt unverändert. Das Fehlen der Samenzellen im Ejakulat führt zur Zeugungsunfähigkeit des Mannes.

9.Bilden sich nach der Vasektomie weiterhin Spermien?

Ja, nach der Vasektomie werden auch weiterhin Spermien im Hoden gebildet. Da sie nun aber keinen Weg mehr durch die Samenleiter finden können, werden sie in die Nebenhoden geleitet und dort abgebaut. Nach und nach verlangsamt sich die Produktion, eingestellt wird sie aber nicht.

10.Bietet die Vasektomie auch Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten?

Nein. Dies muss klar betont werden. Außer dem Kondom kann bisher keine Verhütungsmethode vor Geschlechtskrankheiten und Infektionen schützen. Diese so genannten STI (engl. sexually transmitted infections) werden durch Körperflüssigkeiten (z.B. Samenflüssigkeit) übertragen, die auch nach erfolgter Sterilisation ausgetauscht werden.

11.Wie hoch sind die Kosten der Vasektomie?

Für die Sterilisation des Mannes liegen die Kosten zwischen 400 und 600 Euro. Der Gesamtbetrag deckt den Eingriff sowie die Nachuntersuchungen (incl. Spermiogramme) ab. Wenn die Vasektomie nicht aus medizinischen Gründen vorgenommen wird, muss der Patient die Kosten selbst tragen, was der Regelfall ist. Die tatsächlichen Kosten sollten daher im Vorfeld mit dem behandelnden Urologen abgeklärt werden.

12.Ist es möglich, eine Vasektomie rückgängig zu machen?

Es gibt die Möglichkeit einer Refertilisierung (Vasovasostomie). Die Operation ist allerdings kostenintensiver und medizinisch aufwendiger als die Vasektomie. Dabei ist die Aussicht auf Erfolg – also auf eine tatsächliche Schwangerschaft – geringer. Die Chancen hängen dabei auch vom Alter des Mannes und der Partnerin ab sowie davon, wie lange die Vasektomie bereits zurückliegt. Die Vasovasostomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der nur von einem ausgewiesenen Fachmann durchgeführt werden kann.

13.Was ist der Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration?

Während bei der Kastration die kompletten Hoden des Mannes und damit u.a. die Produktionsstätten der Samenzellen und des Testosterons entfernt werden, findet bei der Sterilisation des Mannes lediglich ein minimaler Eingriff (Vasektomie) statt, bei welchem die Samenleiter oberhalb des Hodens durchtrennt werden. Alle Geschlechtsorgane bleiben bei der Sterilisation des Mannes erhalten, es wird aber der Transportweg für die Samenzellen unterbrochen, sodass der Mann zeugungsunfähig wird.

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